Zakk, Düsseldorf

Geschrieben von Flozze

01.12.2009 DAS PACK im Zakk/Düsseldorf Ich krieche morgens aus meiner Koje. Kriechen ist in diesem Fall das einzig wirklich angebrachte Wort, denn ich schlafe in der Busfahrer-Kabine. Sie befindet sich gegenüber der Toilette und der Einschlupf ist ein Loch, circa 30 cm breit und 40 cm hoch. Kein Problem bei meinem grazilen Körperbau. Ich fühle mich erinnert an TKKG, 'der Schlangenmensch'. Aus mir wäre auch ein hervorragender Einbrecher geworden. Einzig mein sanftes Gemüt stand mir im Wege, diese erfolgsversprechende Karriere zu beginnen. Auf jeden Fall schläft es sich gut in diesem Loch. Einfach klasse. Gestern Nacht haben wir noch ein bisschen gefeiert, und dann, als alles schon schlafen waren, passierte es. Die fürchterliche Vorahnung wurde Gewissheit. ICH MUSSTE KACKEN! Aua Aua Aua. Wer im Bus kackt wird sofort tot geschossen, das ist ein ungeschriebenes Gesetz im Rock`n`Roll. Der Club ist zu, kein Mensch mehr da. Fürchterlich. Ich putze die Zähne und rauche Kette um mein Gehirn auf andere Ideen zu bringen. Keine Chance. Schließlich nehme ich mir eine Rolle Klopapier und schlage mich in die Büsche, naja, eigentlich gibt es gar keine Büsche, ich stelle mich einfach in die hinterste, dunkelste Ecke im Hof, lasse die Hosen hinunter, und der Kampf beginnt. Ich bin dafür einfach nicht geboren. Der Rumpf muss ruhen. Unglaublich wie manche Menschen dieses Geschäft ihr Leben lang ohne einen keramische Sitzgelegenheit erledigen können. Nach einem halbstündigen Kampf, mit Tränen, schreien und alles, ist es schließlich vollbracht. Ich krieche in mein Loch, irgendwas zwischen beschämt und stolz, und, jetzt sind wir wieder am Anfang der Geschichte, wache am nächsten morgen relaxt und gut gelaunt auf. Wir sind bereits am Club. Es wird aufgebaut, heute läuft alles schon wieder ziemlich routiniert. Als wir um kurz nach acht die Bühne betreten ist es schon ganz gut voll, und das Publikum hat Bock auf Rock/uns. Als besonderes, kleines Extra, lassen wir uns heute von Manuel mit Sackkarren auf die Bühne schieben. Die Menschen mögen dieses dekadente Gehabe von uns gerne sehen, denn dieses ganze Hippie-Fair-Trade-Zeug ist doch eher geheuchelt. Wir hauen gleich erstmal 'Sonne' und 'Angelala' raus. Freude. Sogar ein bisschen Pogo. Entzückend. Dann 'Schlittschuh-Lied', 'Schwach sein', Mein Schwan' und zum grande Finale 'Fass mir an die Füsse'. Wir gewinnen viele neue Freunde, die Menschen wollen wiederkommen und uns besuchen wenn wir Anfang des Jahres in Wuppertal und Köln spielen. Das ist doch mal ne Ansage. YEAH YEAH YEAH. DAS PACK mag Düsseldorf.
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