Substage, Karlsruhe

DAS PACK im 'Substage' / Karlsruhe Ich komme um 13 Uhr am Hauptbahnhof in Karlsruhe an. Hinter uns liegen zwei freie Tage die ich, wie die meisten, genutzt habe um einen Kurzurlaub zu Hause einzuschieben. 5 Minuten später komme ich am Ettlinger Tor an, und sehe gleich den Onkel, ich scheine richtig zu sein. Der Club ist wohl ein ehemaliger Tunnel oder eine Bahnstation oder so. Im Minutentakt rauschen, deutlich hörbar, die Bahnen über uns lang, es mieft ein bisschen, aber ansonsten fühlen wir uns gleich wohl. Freundliche Helfer helfen beim helfen, äääh, laden, es läuft alles reibungslos. Wir haben das erste mal Zeit für einen ausgiebigen Soundcheck was uns glücklich macht und ein Gefühl von Prominenz verleiht. Die Rest-Booten sind heute nämlich spät dran, Noodt und Ben kommen erst gegen 17.30 vom Flughafen. Es werden noch Apotheken aufgesucht, denn Deanmeister 'Jesus Bukkake' hat uns die Seuche, in Form einer zünftigen Grippe eingeschleppt. Dieses blöde Arschloch. Einer nach dem anderen fängt an zu schniefen und zu husten und zu jammern, Vitamin-Cocktails werden verabreicht, Ingwer-Tee in Massen vernichtet und halt der ganze Kram der so eine Tour zum echten Rock`n`Roll-Happening macht. Nervtötend und schwuchtelig, wenn mich mal jemand fragen würde. Ich erfreue mich bester Gesundheit. Was natürlich an meinem genetisch bedingten, extraguten Immunsystem liegt, aber wohl auch an meinem stahlharten Charakter, der so nen Scheiss wie Krankheiten einfach mit einem Lächeln zerquetscht. Stirb du ätzendes Virus-Schwein. Naja, zurück zum Thema. Rockmusik. Konzert. DAS PACK. Der Laden füllt sich nur langsam, und wir befürchten bereits ein Sitzkonzert vor 20 gelangweilten Teenagern, aber dann wird`s besonders gut. Wir betreten die Bühne und werden schon freudig begrüßt. Eine gut aussehende Masse aus fröhlichen, jungen Menschen, die zwar wegen der Ohrbooten gekommen sind, uns aber mit offenen Herzen willkommen heissen. Wegen den Ohrbooten gekommen??? Moment mal... Schon während des Konzertes fällt mir eine Gruppe auf, die auffallend textsicher bei der Sache ist und einzelne Songs fordert, bzw. freudig erregt gutheißt. Tatsächlich haben sich einige Packfans eingeschlichen, die natürlich total Bock haben auf die Booten, aber eben auch, oder grade, auf uns. Das wiederum macht uns sehr glücklich und wir tanzen nach dem Konzert vor lauter Freude hinter der Bühne, bekleidet mit nichts, außer einem Kleid aus Blumen der Saison. Wir haben einen guten Tag, die Show läuft, heute bekommt auch besonders mein Flötensolo die angemessene Beachtung und wird mit Szenenapplaus gutiert. Nach dem Konzert sammelt Manu unsere Pässe ein, denn heute Nacht werden wir die Schweizer Grenze passieren, und außerdem ist er ein Kontrollfreak, der unsere Freiheit einschränken will. Ein mieser Charakter. Einfach unschön. Seinen eigenen vergisst er natürlich im Anhänger, und wir dürfen mitten in der Nacht anfangen wieder aus- und einzuladen... Das wird er noch bereuen, solche Fehler darf man sich als Chef nicht leisten, seine Autorität ist jetzt schon völlig im Arsch. Glückwunsch, HAHA. Am Abend im Bus stellt Deanmeister beim kontrollieren der Gültigkeit seines Passes fest, das er vor zwei Tagen Geburtstag hatte. Alt, dumm und unsympathisch dieser Mann. Wir heucheln alle Interesse an seiner Person und singen ihm ein Ständchen, wobei wir hinter seinem Rücken Grimassen schneiden und ihm den Fickefinger zeigen. Mit Leuten in seinem Alter haben wir eigentlich nicht so gerne zu tun, wenn das wer mitkriegt... Das wäre echt superpeinlich. Ich spiele noch bis vier Uhr mit Noodt Autorennen auf der Playstation, ich schlage ihn meistens vernichtend, und komentiere das auch gerne, viel und laut. Die Freundschaft ist jetzt wohl im Arsch, aber, hey, was soll`s. Freunde gibt`s an jeder Ecke, und Keyboarder erst recht.
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