Kofmehl, Solothurn

Geschrieben von Flozze

DAS PACK, 24.10.2009 in Solothurn Hallo liebe Leser DAS PACK erwacht, liebevoll geküsst von der lieben Schweizer Sonne im Berner Oberland. Die Luft ist unglaublich gut, wir sitzen auf der Veranda, werden liebevoll umsorgt und essen Birchermüsli und Pferdewurst. Hab ich noch nie, schmeckt aber sehr gut. Langsam klart das Wetter auf und am Horizont erkennt man, erst noch schemenhaft dann immer klarer, eine riesige Bergkette, die Alpen. Wir erwägen kurzzeitig die Karriere an den Nagel zu hängen und Bauer zu werden. Oder Förster. Oder einfach Alpinist. Das muss ein sehr guter Beruf sein, dem Namen nach. Auf der Wiese nebenan steht ein Schaaf, das in der Nacht 'gelämmert' hat. Das ist das schweizerdeutsche Wort für 'ein Lamm zur Welt bringen'. Plötzlich taucht vor unseren Augen ein sehr großer Greifvogel auf. Ein Riesenvieh. Pensen Paletti zückt in bester Heinz Sielmann-Manier in Sekunden schnelle seine Fotofilmkamera, denn jetzt scheint es interessant zu werden. Der miese Greif will doch tatsächlich das frisch gelämmerte Lamm aufessen. Wir werden panisch, Tränen schiessen uns in die Augen, 'Nein, nein, nein, alles, aber nicht unser Lamm' schreien wir wie aus tausend Kehlen. Ja, DAS PACK ist nämlich eine Band die sich auch für den Naturschutz, speziell für junge Lämmer einsetzt. Wir sprinten mit erstaunlicher Schnelligkeit zu dem uns anvertrauten Jungtier und bilden aus unseren Körpern eine Leiter und verjagen den gemeinen Räuber mit einer einstudierten Ninja-Taktik. Nicht umsonst haben wir uns letztes Jahr für ein paar Wochen in ein chinesisches Kloster zurückgezogen und den ganzen Kram gelernt. Und das alles vor laufender Kamera. Wirklich gut. Nachdem wir die ganze Aufregung mit einigen Tassen Kaffe hinunter gespült haben, erinnern wir uns, das wir ja eigentlich Musiker sind, und nun unserer verdammten Pflicht nachkommen müssen, und die Schweizer zu Brei rocken. Götz und Fabia bringen uns nach Solothurn wo wir heute mit den Ohrbooten und Jondo spielen, in der Kulturfabrik-Kofmehl. Zu Konzertbeginn sind nur wenig Leute da, es ist noch so früh. Aber wir sind trotzdem sehr gut, vielleicht so gut wie noch nie. Federleicht überspielen wir die tragischen Ereignisse des Morgens und spielen uns auf der Bühne die Bälle zu. Hübsche Bälle. Das Publikum ist amüsiert. Schön. Wir spielen heute ein echtes Rockset. 'Geh mir aus der Sonne', 'Angelala', ich hatte fast schon vergessen wie gerne ich mit meinem Schlagzeug aufs Maul haue. Sinnbildlich gesprochen. Nach dem Einladen spiele ich mit Manu und Noodt noch bis morgens früh um 6 Autorennen auf der Playstation im Bus. Ich bin heute in bestechender Form, es ist kaum möglich mich zu schlagen. Bis der Bus losfährt. Dieses Schaukeln und Brummen, und dabei noch mehr Schaukeln und Brummen auf dem Bildschirm, das verträgt mein, durch Tierabenteuer immer noch geschlauchter, Magen nicht. Ich gehe ins Bett. Ein bisschen traurig, denn ein neues, wahres, pures, aufrichtiges und immer stärker werdendes Gefühl in mir sagt: 'Ich wär gern Alpinist, aber das schaff ich eh nicht...' Das werden wir ja noch sehen, liebe Leser...
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