Fabrik, Hamburg

Geschrieben von Flozze

Das Pack in der Fabrik/Hamburg am 09.11.2010 mit Panteon Rococo Heute ist für mich ein besonderer Tag. Ich habe 3 1/2 Jahre in diesem Etalblissiment gearbeitet. Mit netten Kollegen und miesen, kleinen, griechischen Chefs. Manchmal. Und heute spiele ich hier, zwar nur als Support, aber dafür ist es ausverkauft. Ein schönes Gefühl. Ich treffe einen Haufen freundlicher Menschen wieder, mit denen ich mir hier die Nächte um die Ohren gehauen habe, bei Weltmusik, 80er Jahre Hardrock, Ü40 Flirt-Partys, und Schwul-Lesbischen Tanznächten. Inklusive Sylvester 2008/2009 das ich hier, auf der Toilette, nüchtern, scheissend, lesend verbracht habe, als Rückzugsort vor zu steil gehenden alten Damen. Und nun bin ich hier mit meinen Freunde, und mache ne schöne Musike. Finde ich ok. Wir haben Urs gegen Claudio eingetauscht, aus disziplinarischen Gründen. Wir haben bei Urs geschlafen heute Nacht, und als wir gegen Mittag aufgestanden sind hatte er schon Brötchen und Kaffee und alles eingekauft. Sein Mitbewohner hat uns Fotos von seinem Urlaub in Panama gezeigt, und es war ne wirklich schöne Zeit. Ich bin ja auch so gerne in Hannover. Vor allem momentan, da wir (ja, ich sage: WIR!) in der Tabelle der Fussball-Bundesliga so gut da stehen wie noch niemals seit ich mich erinnern kann. Tatsächlich macht Fussball NOCH mehr Spaß, wenn man nich immer verliert. Erstaunlich aber wahr. Wir haben festgestellt dass wir uns erstaml wieder dran gewöhnen müssen, nur Support zu sein. Es ist wirklich was anderes wenn man nur 30 Minuten hat, vor allem weil wir manchmal so viel Scheisse sabbeln müssen zwischen den Liedern. Da ist so ein Konzert mal schnell vorbei, und man hat nur fünf Lieder gespielt. Aus versehen. Ansonsten ist es ne große Freude alles, Fred Timm, Slatzki und der Flotte Totte sind da, Dennis auch (der übrigens im Dezember mit uns auf Tour sein wird) und wir haben eine schöne Zeit. Als das Konzert zu Ende ist, stehe ich am Ausgang und verteile Flyer für unsere Shows im Dezember und habe dabei eine CD in der Hand, falls jemand zu faul ist zum Merchandise-Tisch zu gehen, aber eigentlich eine kaufen möchte. Die Menschen nicken mir freundlich zu und sind nett. Plötzlich läuft ein traurig aussehender, alter Mann im Hitler-Gedenk-Stechschritt an mir vorbei und starrt mich aus bösen, kleinen Augen an. Man sieht sofort, er ist ein Mann der niemals lacht weil etwas witzig ist, sondern bestenfalls weil beim tanzen der Schmerz nach gefühlten hundert Jahren das erste mal nachlässt. Ich bin verwirrt. Da dreht er um und kommt zu mir. Aus einem schrägen, trockenen Mund zischt er mich an: 'Deine CD kannste ma schön in den Müll werfen! So ne Scheisse hab ich ja noch nie gehört!' Ich bin kurzzeitig perplex, und muss dann leider sehr laut anfangen zu lachen über ihn. Das findet er nicht ok, macht auf der Hacke kehrt und rauscht von dannen. Was für eine lustige Gestalt. Später tauschen wir T-Shirts und CDs mit den Panteons, und die deutsch-mexikanische Freundschaft blüht und gedeiht. Besonders gut gefällt mir das die Mexikaner Anatol immer nur bei seinem Nachnamen, 'Kowalewski' rufen. Mit einem sehr fordernden Unterton. Diese Sitte werde ich mir zu eigen machen! Besten Dank, auf wiedersehen.
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