Faust, Hannover

Geschrieben von Flozze

DAS PACK, live in der Faust/Hannover, 01.12.2010 (mit Panteon Rococo) Heute fühle ich mich wie eine kleine Homecoming-Queen. Das bedeutet zwar in der Welt, Hochglanzmagazin-verseuchter Highschoolkinder etwas ganz anderes, aber ich komme halt heut nach Hause, und wäre gerne eine kleine Königin. Passt also. Apropos königlich: Dass ich in meine Heimatstadt komme und der ortsansässige Fussballverein auf einem Tabellenplatz steht, der zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb berechtigt, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Es ist ein Fest. Vor allem das 3:2 gegen den Hamburger SV war für mich ein Traum. Ich habe daraufhin allen meinen HSV-Freunden folgendes Video gepostet: 'Die Kassierer' mit dem Titel: 'Ich onaniere in den kopflosen Rumpf von Uwe Seeler'. Dieser Smash-Hit des guten Geschmacks sei jedem an`s Herz gelegt, der sich für Fussball interessiert oder einfach weiss wer Uwe Seeler ist. Wir spielen also heute unsere letzte Show mit Panteon Rococo, der liebenswertesten Band, westlich von Hamburg. In der Faust arbeitet ein junger Mann namens Arne, und ich stelle fest dass wir zusammen zur Schule gegangen sind, Klasse 5 und 6 bei Herrn Schuster. Ein blödes Arschloch. Der Herr Schuster. Trotzdem eine schöne Zeit. Ich durfte nicht mit auf Klassenfahrt, das hat mich sehr getroffen. Ich hatte die Schultoilette kurz und klein gehauen und Mitschülern die mich erwischt haben mit dem Tode gedroht wenn sie mich verpetzen. Haben sie trotzdem gemacht. Schweine. Eine schlimme Zeit. Herr Schuster hat immer sehr stark nach billigem Parfum gerochen, und Unmengen 'Rot-Händle' ohne Filter geraucht. Von ihm habe ich das Lied 'Der Tag als Conny Kramer starb' gelernt (zu sehen, in einer anrührenden Performance im Podcast für`s Konzert in Lingen). Er hat uns sehr bewegende Geschichten erzählt, damit wir keine Drogen nehmen. Ein Jahr später habe ich begonnen zu kiffen, so doll es geht. Um Herrn Schuster zu vergessen, es ist mir nicht gelungen. Eine schlimme Zeit. Eine schlimme Zeit. Eine schlimme Zeit. Ein schlimmer Herr Schuster. Zurück zur Sache. Wir haben heute endlich mal Zeit ausgiebig Sound zu checken, auch schön, mal so ganz ohne Stress. Außerdem ist Timmey wieder da. Frisch erholt von seinem Krankenhaus-Aufenthalt wegen Todes-Virus. Vergesst bitte nicht, ihm gute Sachen mitzubringen. Gesundes Essen. Davon bekommt man ja so wenig auf Tour. Anatol hingegen soll kleine Racelette-Pfännchen bekommen, voll mit Kot. Das wäre gut! Heute stelle ich mich vor ihn hin und halte mein Arschloch in sein Gesicht. Einfach nur so. Damit er Angst bekommt und sich schlecht fühlt. Wir spielen, es ist gut, dann spielen die Panteons, es ist auch sehr gut. Ich habe Freunde zu besuch. Jan, Dennis und Andi. Haben natürlich alle auch drebe Rap-Namen, aber ich fühle mich heute ein bisschen wie meine eigene Oma und rede deswegen auch meine Freunde so an. Dann ist der Moment des Abschieds gekommen. Am Anfang hatten wir ja ein bisschen Angst das wir hier auf Tour nur die 'Gringos' sein würden. Aber jetzt beim verabschieden merkt man dass eine kleine große Freundschaft entstanden ist. Es wird geknuddelt was das Zeug hält und wir wollen uns unbedingt gerne wieder sehen. Und das wird auch passieren. Of course. Dann geht es raus, in`s Schneegestöber. Es ist wirklich ein schlimmes Wetterchen, obwohl ich Schnee sehr gerne mag, aber zum Auto fahren ist es natürlich die Hölle. Das ist klar. Wir verabschieden uns also mit heissestem Dank von Panteon Rococo. Tiefsten Respekt und große Dankbarkeit dass wir dabei sein durften. Und Liebe und alles das, sowieso und für immer. Ein Abschied ist aber auch immer ein neuer Anfang, auch in diesem Fall, denn ab morgen sind wir auf unserer eigenen Tour. Wir hoffen euch, liebe Leser, zahlreich begrüßen zu dürfen, wenn es heisst: 'Welcome to DAS PACK, the band worldwide!'
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