Treibsand, Lübeck

Geschrieben von Flozze

DAS PACK live im Treibsand/Lübeck am 14.11.2010 mit Panteon Rococo Nach einem ausgiebigen und reichhaltigen Frühstück bei Fehrsi in der schönen Dresdener Platte machen wir uns auf den Weg nach Lübeck. Heute ist das letzte Konzert für die nächsten zwei Wochen, und wir sind wild entschlossen nochmal alles zu geben. Genau wie gestern in Dresden haben wir auch an Lübeck beste Erinnerungen. Wenn ich mich für ein Konzert auf der Ohrbooten Tou entscheiden müsste an dem uns das Publikum am meisten Überrascht hat, dann war das definitiv in Lübeck. Die Leute hier sind damals wirklich komplett durchgedreht. Wir haben das nicht so richtig verstanden, aber gemocht. Das Treibsand liegt auch wirklich schön, direkt am Wasser, mitten in der Stadt. Außerdem hat der Laden eine wirklich angenehme Mischung aus verpeilten Hippies und professionellen Mitarbeitern. Und, ebenfalls eine Parallele zu Dresden, eine hervorragende, eigene Küche. Man lernt das auf Tour wirklich außerordentlich zu schätzen, wenn da jemand ist der selbst für einen kocht, und man nicht zum tausendsten mal irgend einen Drecksfraß bestellen muss. Das kann einem die besten Sachen, wie zum Beispiel Pizza und Essen vom Thai-Mann unwiederbringlich versauen. Ein Jammer. Die Freundschaft zu unseren Latin-Lover-Freunden wächst und gedeiht wie ein junger Krokus im Frühling. Inzwischen fällt man sich gradezu überschwänglich in die Arme, pöbelt sich an (rein freundschaftlich) und bringt sich gegenseitig schlimme Wörter auf spanisch/deutsch bei. Eine Freude. Wie beim Schüleraustausch in Klasse 8. Besonders niedlich: Cesar, der muskelbepackte, glatzköpfige Percussionist von Panteon kommt im Backstage zu mir, mit dem Schlagzeuger im Schlepptau. Denn er kann nicht so gut englisch und braucht einen Übersetzer. Der übersetzt mir dann mit freundlichsten Worten dass Cesar uns ganz toll findet, und sich bedankt dass wir mit auf Tour sind. Das finde ich (wirklich ehrlich) rührend. Denn wenn hier wer zu danken hat, dann ja wohl wir. Ich schenke ihm ein Shirt dass er gleich beim Konzert trägt. So entstehen Freundschaften auf Tour. Lübeck enttäuscht uns nicht, und es wird wieder ein besonders gutes Konzert. Man merkt doch dass wir hier im Norden sind, die Menschen mögen unsern Humor, und wir sie deswegen auch. Nach dem Konzert wird es zwischenzeitlich noch ein bisschen dramatisch. Timmey, unser allerbester Timmey, hat sich heut schon vorm Konzert verabschiedet, es geht ihm nicht gut. Während dann Panteon spielt liegt er zitternd im Bus, den er zwischendurch nur verlässt um zu kotzen und zu scheissen, abwechselnd, gleichzeitig, in allen Varianten. Er sieht wirklich scheusslich mitgenommen auf, und uns wird langsam Angst und Bange. Wir entscheiden schliesslich ihn in`s Krankenhaus zu fahren. Und die behalten ihn tatsächlich da. Wir sind alle sehr mitgenommen von diesem Anblick, unsern besten Timmetov da so liegen zu sehen, und ich halte seine Hand und Pensen deckt ihm die Füsse zu, und wir machen ihm Mut und sagen ihm dass wir ihn lieb haben. Es wird noch ein paar Tage dauern bis er wieder auf die Beine kommt, denn er hat sich einen schlimmen Virus eingefangen. Also, wer das liest, bringt bitte Timmey ab nun immer und viel leckere und gesunde Sachen zum Essen mit. Äpfel, Bananen, Ingwer, Liebe. Sowas halt. Das wäre lieb. Wir kommen mitten in der Nacht in Hamburg an, laden aus und fallen dann tot in`s Bett. Das war`s vorerst, wir melden uns Ende des Monats wieder.
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