Musikbunker, Aachen

Geschrieben von Flozze

DAS PACK im Musikbunker/Aachen am 13.10.2010 Heute sind wir das allererste mal in Aachen. Als wir uns morgens in Hamburg treffen um los zu fahren sind wir sehr ungewiss, ob irgendwer kommt heute Abend. Was ich überhaupt nicht wusste ist dass unser Konzert heute in eine 'Nacht der Clubs' eingebaut ist. Wir fahren über Hannover und holen Urs ab, der ab jetzt Claudio`s Job übernehmen wird. Standard Einkauf beim Türken an der Ecke in der Ungerstraße. Sesamring, Käsecréme, Käserollen und ein Zuchini-Puffer. Vegan. Sind Pferdeäpfel eigentlich auch vegan? Eigentlich ja nicht, aber irgendwie auch doch. Naja. Dann weiter nach Aachen. Als wir ankommen erstmal ein Interview für`s 'Radio am Alex', klingt nach Berlin, ist aber ein Projekt von irgendeinem Krankenhaus oder so. Dann laden. Schön viele Treppen, aber das sind wir ja gewöhnt inzwischen. Wir sind heute Abend die erste Band. Dragan hat unsere komplette Bühnenbekleidung gewaschen, und ich fühle mich irgendwie unsicher, ohne eine Schweissfahne des Todes hinter mir her zu ziehen. Mein neues Kostüm habe ich aber extrem lieb gewonnen inzwischen. Wir haben eine grüne Reisetasche, die vollgestopft ist mit hübschen Dingen, aus denen man sich immer mal wieder eine neue Kollektion zusammen stellen kann. Momentan trage ich Cap, ein Nutten-Strapsband um den Hals, ein riesiges Kreuz (Teil eines Mönch-Kostüms dass wir bei Penny gekauft haben), fleischfarbendes Unterhemd, meinen Batman-Gürteil, eine Military-Jogginghose und Turnschuhe. Toll. Als wir um 22 Uhr die Bühne mit siegessicherer Pose betreten gucken uns die Zufallsgäste die grade aus dem Shuttle-Bus gefallen sind verstört bis entnervt an. Besonders fallen mir drei Punks auf, einer relativ normal, einer der von vorn herein ein dezentes Lächeln nicht unterdrücken kann, und einer der bis zum Schluss nur böse bis emotionslos das Geschehen auf der Bühne verfolgt. Nur bei Pensens Solo bei Heavy Metal Kind verfolgt er mit dem Blick eines Jägers und Sammlers ganz genau was die zarten Gitarristen Hände meines Gefährten da veranstalten. Auf richtig undercover und mit einer angestrengt gleichgültigen Miene sehe ich ihn nach dem Konzert auch am Merch-Stand. Wir laden so schnell es geht, denn wir haben heute die Gelegenheit unsere Schlaf-Akkus nochmal ein bisschen zu laden. Ab in`s Ibis-Hotel um die Ecke. Dort angekommen trinken wir noch ne Cola und reden über`s Geschäft (DAS PACK), und ich strecke Pensen auf dem Bett nieder und nehme ihn in der Missionars-Stellung. Das habe ich kennen und schätzen gelernt als wir vor kurzer Zeit auf einem 'Die Kassierer-Konzert' in Hamburg waren, und den Sketch gesehen haben. Volker Kampfgarten nimmt Nikolai Sonnenscheisse auf einem extra aufgebauten Schultisch. Rührend und anmutig. Toll. Ich mache ihn fix und alle und lasse seinen kleinen Körper geschunden einfach liegen. Aber die Freundschaft ist trotzdem extrem im Haus. Ich teile schon wieder mit Dragan ein Zimmer, und heute isses wirklich schlimm. Doppelbett mir nur EINER Decke. Ziemlich erbost rufe ich die Rezeption an und schuldbewusst bringt mir der Scherge eine zweite Decke. Doch damit nicht genug. Dragan breitet sich im Bett aus, und lässt mir von den 1,60 Metern bestenfalls 50 cm. Außerdem berührt er mich mit seinem Knie und macht komische Geräusche. Ich werde zornig und lasse die komplette Hotelbelegschaft vorbei kommen und jeder muss ihm mit seinem Geschlechtsteil eine Ohrfeige hauen. Besonders der polnische Rezeptionist entwickelt eine gradezu kindische Freude und will immer und immer wieder. Morgens um sieben klingelt dann mein Wecker, weil der vom morgen vorher noch aktiv ist. Und ab acht bohren Handwerker im Zimmer nebenan die Wände auf. Hass. Dann geht`s endlich los nach Mainz. Bis gleich.
Zurück zur Übersicht

Podcast


Fotos