Admiralspalast, Berlin

Geschrieben von Flozze


Tourbericht, 15.05.2010, Admiralspalast in Berlin, Fritz Nacht der Talente Hallo Berlin. Wieder mal. Nachdem wir im letzten Jahr zweimal mit den Ohrbooten hier waren, und dieses Jahr allein im Schokoladen, und in Potsdam, und letztes Wochenende bei KenFM wieder in Potsdam, kommt nun der nächste Teil unserer Berlin-Offensive. Wir treten auf bei der großen \'Fritz Nacht der Talente\' im altehrwürdigen Admiralspalast, in der Friedrichstraße. Wir verlassen heimlich still und leise morgens um halb acht den Tourbus der Booten in Soest. Alles schläft noch an Bord. Es herrscht tiefer Frieden. Noodt stammelt und stöhnt im Schlaf irgendwas von \'ooooh, Fötzi....\' als ich ihn zum Abschied nochmal ordentlich zudecke, damit er sich nicht erkältet der Kleine. Dann gibts noch nen schnellen Kaffee mit Soelve und ab in`s Taxi zum Bahnhof. Umsteigen in Hamm und dann durch nach Berlin. Heute ist Pokalfinale und das merkt man, viele erwartungsfrohe Menschen in Rot-Weiss und Grün. Wir kommen um halb eins an im Admiralspalast. Zur Begrüßung Kaffee und Wurstbrot. Überhaupt muss man sagen dass das Catering sehr fleischlastig ist. Ich finde das absolut ok, aber es wundert mich doch etwas, bei so nem modernen aufgeschlossenen jungen Sender wie den Fritzens. Wurstbrot hätte ich eher bei NDR1 erwartet, hier eher nen Topf Miso-Suppe und Avocado Creme auf Rohkost, oder so. Naja, ich bin Fleischesser und finde Wurstbrot super gut. Wir werden in ein kleines Zimmer gesteckt, mit Spiegeln, Steckdosen und einer Liege und einem Stuhl. Das ist nun unser Gefängnis für die nächsten 12 Stunden. Wir sollen bitte immer hier sein, oder im Catering. Aber da wir das scheue Reh unter den Rockbands sind, wollen wir nicht ins Catering, weil dann andere Menschen mit uns reden wollen. Das ist uns erstmal unangenehm und wir versuchen es zu vermeiden. Das ist natürlich was ganz anderes wenn jemand mit einem Mikrophon kommt und ein Interview machen will. Das ist dann ja unser Beruf, und wir machen das gerne, professionell und überaus freundlich. Aber privat reden wir eigentlich kaum. Bis gar nicht. Auch nicht untereinander. Nach Möglichkeit. Wir haben uns beide kleine Täfelchen angeschafft mit Kreide und Schwamm und wenn einer was sagen will dann wird über das Täfelchen kommuniziert. Soundcheck ist super, weil Dennis und Stefan von KenFm wieder da sind und uns mögen, zumindest gaukeln sie das mit der Professionalität eines Angestellten im öffentlichen Dienst, vor. Außerdem gibt`s noch Basti und Ron und alle sind freundlich. Nur Ken, das alte Luder, hat uns ausgesucht zum drauf rumpicken. Bei einem Treffen mit Absprache des Ablaufs usw nennt er mehrmals DAS PACK beim Namen wenn es um unschöne Sachen geht, wie verlieren, Rauchverbot und so. Dabei haben wir uns so gut vertragen neulich. Wir erwägen kurzfristig abzureisen, entscheiden uns aber dagegen, denn wir sind beide doch sehr, sehr müde. Wir gehen wieder in unser Gefängnis und hören \'Rocko Scharmoni\'. Dorfpunks. Gutes Buch, gut vorgelesen, von ihm selbst. Später noch die drei ??? und \'Der grüne Geist\' und \'Die silberne Spinne\'. Dann beginnt irgendwann die Veranstaltung, wir dürfen wieder nur Knast oder Catering, also lieber Knast. Schade, denn so verpassen wir Chefket, einen Rapper aus Berlin der letztes mal gewonnen hat, und den wir mögen, weil Family und so. Ohrbooten Crew. Außerdem rapt er äußerst schnell und gut. Und hat bezaubernde Backingfözzis. Dann endlich auf die Bühne. Wir spielen nach langem hin und her \'Heavy Metal Kind\'. Wir spielen eher so mittelmäßig, wirken dabei aber extrem sympathisch, denke ich. Als das Publikum in der Mitte des Songs die Möglichkeit erhält über uns abzustimmen, kommen zwei Clowns auf die Bühne. Pensen tanzt Pogo mit ihnen und fällt dabei auf die Schnauze. Mit Gitarre um den Hals. Ich koche vor Wut und schmeisse einen spitzen Stock nach dem scheiss Clown und treffe ihn genau im Herzen. Tot. Keiner fickt mit meinen Bandkollegen. Dann schnell wieder in`s Zimmerchen (Stubenarrest). Wir sind felsenfest überzeugt dass die Holländer \'De Wolff\' gewinnen. Sehr gut, und das Publikum ist total durchgedreht. Mal sehen. Am Ende müssen alle auf die Bühne, Ken sagt den Bandnamen und das Publikum muss so laut sein wie es gerne laut sein möchte für die jeweilige Band. Das wird gemessen und die lauteste Band gewinnt. Wie im wahren Leben halt. \'De Wolff\' gehen auf die Bühne. Riesenapplaus. Verdient gewonnen, denken wir. Dann gehen wir auf die Bühne, auch Riesenapplaus. Freundlich, Danke liebes Berlin. Erstaunlich, haben wir doch den dritten, oder sogar den zweiten Platz gemacht. Dann kommt auf einmal eine aufgeregte Frau zu uns gelaufen und zerrt uns hektisch Richtung Bühne. Sie faselt was von \'gewonnen\' oder so. Wir können es nicht fassen, und ich merke auf einmal dass sich sehr viel Urin und auch Pupserei in mir aufgestaut hat vor Nervosität. Aber jetzt hilft nur tapfer sein, und zurück in`s Licht auf die Bühne, wo ein strahlender, gutaussehender, übertoller, heiss geliebter Ken uns einen Pokal aus Glas gibt, der aussieht wie ein Hochhaus in Dubai oder so. Sehr modern. Wir sind wirklich, ehrlich sehr erstaunt und wissen gar nicht was wir jetzt sagen sollen. \'Danke\' wäre angebracht. Wir sagen \'Hey, Danke.\' und dann \'Wir spielen jetz ein Lied über meinen Pimmel\' und dann geht die Post ab. Man merkt im Laufe des Songs doch sehr deutlich wer für uns geschrien hat und wer nicht. Die eine Hälfte des Publikums stirbt vor Schönheit und Zuneigung. Die andere stirbt auch, aber mehr vor \'Geht weg ihr pubertären Vollspastis\'-Gefühlen. (Wir haben auch denkbar knapp gewonnen, 112,6 : 112,5 Dezibel...) Wir geniessen es sehr, der Gewinner zu sein, geben wichtige Interviews und machen Fotos mit Pokal und alles wie sich das gehört. Dann freuen wir uns Besuch zu haben von Olive (Chefket Backing-Fözzi) und vor allem Stoewhase. Ex-Tourmanager der Ohrbooten und nach 3 mal gesehen schon lieb gehabt wie irre. Ich ihn zumindest. Herrlich. Ich werde in kürzester Zeit wieder sehr sehr schüchtern und weiss nicht wie ich mich verhalten soll wenn mich irgendwelche jungen, trendigen, Berlin-Mitte Stylo Schnitten anschnacken und fragen ob wir noch mitkommen feiern. Und ich steh da mit meiner Penny-Tüte mit Glaspokal. Wir entscheiden dann lieber in unsere Berliner Bleibe zu fahren, essen Schawarma und rauchen und grinsen uns an. Und sehen im TV was über Stonehenge. Auch sehr interessant. Liebes Berlin. Wir bedanken uns zum wiederholten Male für deine Herzlichkeit und die netten Menschen die in dir drinne wohnen und immer so freundlich sind zu DAS PACK. Wir bedanken uns speziell bei Radio Fritz und noch spezieller bei Ken und seinem FM und der ganzen Crew. Ihr gebt uns einen fantastischen Support, und wir wissen gar nicht so richtig warum. Aber IHR seid ja auch die weitsichtigen Medienprofis... DANKE. Bis bald, (am 16.07. im Schokoladen) Euer DAS PACK
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