Summerbreeze, Dinkelsbühl

Geschrieben von Flozze

DAS PACK live auf dem Summerbreeze, 20.08.2010 Heute ist Deflorations-Tag. Mein erstes Metal-Festival. Zur Feier des Tages werde ich mit Blumen, Girlanden und Totenköpfen geschmückt, und ich bin ein wenig aufgeregt. Vermutlich ziept es erst ein bisschen und dann wird es einfach nur noch schön. Wir fahren schon am Abend vorher los, weil lange Strecke, und haben immerhin schonmal 200 km geschafft als wir bei Timmey in Goslar ankommen. Der wohnt über nem Sex-Shop mir Wix-Kabinen und allem, quasi passend zum Thema des Tages. Mir wird ein rostfreier Riesendildo aus schwerem Stahl gekauft. Ich finde das gar nicht komisch und verlasse die Band. Sollen die ihren Scheiss alleine machen. Ich laufe mit ner Penny-Einakufstäte und meinem Dildo durch die historische Altstadt dieses hübschen kleinen Nestes am Rande des Harz und entscheide wieder einzusteigen. Ciao. Timmey hat dick eingekauft, wir essen Brötchen mir Wurst und Käse und am nächsten Tag geht´s ab nach Dinkelsbühl in Franken. Hier steigt also das Summerbreeze. Schon als wir ankommen begegne ich im Backstage den abstrusesten Gestalten. Die Jungs von 'Gwar', einem der Headliner, laufen durch die Gegend wie ne Mischung aus den Transformers und und den elenden Bösewichtern bei He-Man. Ein interessantes Klientel. Ich sitze, rauche, trinke Kaffee und studiere die Psychologie des gemeinen Metalers. Außerdem gibt es Gyros mit Reis und Krautsalat. Pensen scheisst eh schon den ganzen Tag sehr schlimm in die Luft, wo soll das enden? Wir spielen heute 4 mal 20 Minuten, ungewöhnlich aber schlau, denn die Camel-Stage (vielen Dank an die netten hübschen Damen die mich zum Kettenraucher gemacht haben) ist vor dem Ausgang von einem riesigen Zelt, und wenn die Leute das nach jeweils 45 Minuten Programm verlassen, kommen wir in`s Spiel und saugen sie mit unseren musikalischen Tentakeln direkt vor unsere Bühne. Und dieser Plan funktioniert besser als wir es uns in unseren schönsten Träumen hätten vorstellen können. Kiloweise Metaller Fleisch versammelt sich um uns anzufeuern, 'Slayer' zu brüllen und Spalten der Schande zu veranstalten die sich gewaschen haben. Eindrucksvoll und gut. Ich war mir vorher wirklich nicht sicher wie das werden soll, DAS PACK auf einem Metal-Festival und so, und kann das jetzt getrost als die Zweifel des Unwissenden bezeichnen. Wir werden mit offenen Armen lieb gehabt und ich verknalle mich immer mehr in die Idee von mir selbst als Metal-Star und moshenden, schwitzigen Männern in der ersten Reihe. Es ist tatsächlich so dass Pensen und ich uns mehrfach ungläubige Blicke zuwerfen, weil die Leute so steil gehen. Zwischendurch immer wieder Päuschen, mit Camel-Zigaretten, Drinks und guter Laune. Wir schmieden verwegene Pläne und basteln tolle Programme zusammen und haben am Ende des Tages 4 mal Heavy-Metal-Kind gespielt um die Leute unbewusst zu manipulieren, dass sie Heavy-Metal richtig gut finden sollen. Nach dem vierten Set sind wir (speziell Pensens Stimme) relativ zerfickt. Wir wägen kurz ab und entscheiden uns dann doch gegen Nutten, Crack und Heavy Metal und wollen lieber mit vier verpekten Jungs im Auto sitzen um noch gefühlte acht Stunden zu fahren. Auf die letzten Kilometer werden die Gespräche zwischen Timmey (fährt) und mir (fährt bei) immer hohler und fast ein bisschen pöbelig, außerdem glänzen seine Augen leicht wahnsinnig und er zeigt mir ständig den bösen Finger. Kacke, wäre ich bloß nicht wieder eingestiegen in diese Scheiss Band, dann würde ich mit meiner Tüte und meinem Dildo schön auf dem örtlichen Friedhof rumhängen und Gläser rücken machen. Ginge auch. Als Metal-Head-Überstar. Geiles Leben. Ciao
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