Haus der Pioniere, Gera

Geschrieben von Flozze

DAS PACK im Haus der Pioniere in Gera, am 26.10.2010 Heute ist wieder Roulette angesagt. In Gera waren wir noch NIEMALS! Auf der Fahrt werden Tips abgegeben, wieviel Menschen denn heut so kommen. Die liegen zwischen 15 (Pensen) und 200 (Dragan) zahlenden Gästen. Als wir in die Stadt kommen stellen wir auf jeden Fall schonmal mit großer Freude fest dass unser Konzert schön plakatiert worden ist. Als wir dann am Haus der Pioniere ankommen folgt aber gleich der erste Schock. Die Veranstalter haben das Konzert zwischenzeitlich absagen müssen, können es aber nun mit einer freundlichen Sondergenehmigung der örtlichen Feuerwehr doch stattfinden lassen. Grund dafür: Ein bösartiger Nachbar der den armen Menschen hier das Leben zur Hölle macht, weil seins vermutlich eine ebensolche ist. Unsympathisch und dumm. Wir stellen uns in einer Reihe auf und spucken in seine Richtung. Und wir entschuldigen uns bei allen die gerne gekommen wären, aber dachten das Konzert fällt aus. Wir hätten so gerne für euch gespielt. Schade. Nächstes mal. Einige Unverbesserliche Idealisten haben dennoch den Weg zu uns gefunden. Und nachdem wir uns mit Gyros in Metaxa-Sauce gestärkt haben geben wir ihnen wonach sie lechzen, Rock in seiner ursprünglichsten, wildesten Form. Wir müssen um Punkt 20.00 Uhr beginnen und um Punkt 22.00 fertig sein und müssen so leise spielen wie es geht. Aber wir lassen uns nicht bremsen und geben alles. Dann schnell abgebaut. Im Backstage gibt es Melonen-Limonade mit Jägermeister, und die Gesichter meiner stumpfen Reise-Gefährten entspannen sich merklich. Dann fahren wir zum Hotel, bzw der Pension. Postalisch noch in Gera gelegen, faktisch aber offensichtlich weit außerhalb. Denn wir verlassen jede Zivilisation. Dann, nach einer gefühlten halben Stunde, verlassen wir die Hauptstraße, fahren durch Felder und kleine Dörfer und suchen und suchen. Mit unserem großen schwarzen Bus und einem mazedonischen Fahrer mit Gangstermütze fahren wir durch das Dorf und beleuchten alle Häuser mit einer Taschenlampe um zu sehen ob wir richtig sind. Sind wir nicht. Wir haben auch keine Telefonnummer, auch kein Netz um überhaupt zu telefonieren. Nur eine falsche Adresse. Wir haben uns schon auf eine Nacht im Bus eingestellt als wir schließlich doch noch was finden, und uns eine ältere Dame im Bademantel öffnet. Sie war so freundlich und hat wie eine Mutter auf ihre Kinder-Küken gewartet. Ich gehe auf`s Zimmer und schreibe und scheisse auf die Freundschaft die die anderen untereinander pflegen. Ich möchte alleine sein. Für immer. Am nächsten morgen gibt es lecker Oma-Frühstück, mit Ei und alles. Geil.
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