Schwimmbadclub, Heidelberg

Geschrieben von Flozze

DAS PACK live im Schwimmbadclub/Heidelberg, 10.12.2010 Heute betreten wir geheiligtes Land. Denn diese Bühne haben vor uns schon die ganz großen gespielt, unter anderem Mudhoney, Nirvana und die Foo Fighters. Legendär, abgerockt und gut dieser Laden. War er zumindest mal. Der Club im Club, in dem wir spielen, ist zwar Gott sei Dank erhalten geblieben, der Rest ist aber ziemlich neu. Ganz oben gibt es jetzt eine Lounge mit Restaurant und im mittleren Stockwerk eine Disco in der sich gegen 20.00 Uhr die ersten Kinder (ich benutze diesen herablassenden Begriff ganz bewusst) einfinden und sich versuchen möglichst schnell zu betrinken, während sie den neuesten Klatsch und Tratsch der Schule besprechen und ständig überprüfen ob ihre Kleidung korrekt sitzt und die von den Jungs mühevoll antrainierten Muskeln richtig zur Geltung kommen. Das muss ein anstrengendes Kackleben sein. Ich bin froh dass diese Zeit für mich vorbei ist und ich mich ungeniert dem Älterwerden hingeben kann. Einfach prima. Wir sind viel zu spät angekommen (Schnee usw.) und kommen am Ende trotz der späten Einlasszeit von 22.00 Uhr fast noch in Hektik. Außerdem macht Pensens Gitarre Geräusche als ob er ne Eisenbahn in den Korpus eingebaut hätte. Claudio und ich werden krank, das nervt und sorgt hin und wieder für leicht angespannte Stimmung. Ein Platz am Kamin, mit Tee und Gebäck wäre jetzt für den einen oder anderen eine willkommene Alternative zum tristen Touralltag. Wir schaffen es trotzdem irgendwie unbeschadet auf die Bühne zu kommen und sind (wie so oft) wirklich überrascht. Sehr viele, sehr nette Menschen. Zudem haben sich tatsächlich ALLE vor der Bühne eingefunden, was beiden Seiten das lästige 'Kommt doch mal nach vorne' erspart. Wir bieten ein tolles Programm, heute mit der Zusatzattraktion Timmey, der eine neue Seite auf Pensens Gitarre aufzieht und beim Schnabelmove mitmacht. Wie jedem anderen Menschen auch steht ihm dieser Tanzschritt außerordentlich gut, macht einfach attraktiv. Nach der Show ab in`s Hotel, das zwar mal tatsächlich relativ nah am Konzertort ist, dafür aber strikt Nichtraucher. Es ist die Pest, dieser neumodische Scheiss. Ich will rauchen dürfen beim schlafen. Ich teile ein Zimmer mit Dennis und Timmey und habe heute die Arschkarte gezogen und penne auf der Isomatte, weil wir ein Bett zu wenig haben. Zum einschlafen läuft noch ein Film mit Jean-Claude van Damme, dem wohl schlechtesten, erfolgreichen Actionhelden aller Zeiten. Abgesehen von Dolph Lundgren natürlich. Er ist ein Feuerwehrmann und rettet ein ganzen Stadion vor einem verrückten Terroristen der alles in die Luft sprengen will. Originelle Story. Ich brauche ne Weile um auf der Isomatte eine erträgliche Schlafposition zu finden, das alte Lied. Das ist das gute an Nightlinern, egal wie alt die Matratzen sind, man schläft zumindest jede Nacht im selben Bett und muss sich nicht ständig neu gewöhnen. Irgendwann ist es dann geschafft und ich schlummere langsam weg, natürlich nicht ohne vorher nochmal geduscht zu haben, was wiederum ein Vorteil an Hotels ist. Am nächsten Morgen wache ich auf, völlig schräg im Raum, den Kopf unter dem Fernsehtisch vergraben. Was soll mir diese, unbewusst gewählte Schlafposition über mein Innenleben sagen? Dass ich Fernsehen mag? Schüss.
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