KuFa Löseke, Hildesheim

Geschrieben von Flozze

Tourtagebuch zum hören und lesen:

DAS PACK live in der KuFa Löseke, Hildesheim, am 11.03.2010 Heute haben wir einen ganz sanften Start in den Tag. Wir haben bei Urs geschlafen, in einer schicken Wohnung über zwei Etagen in Hannover-Linden, einem meiner Lieblingsstadtteile auf der Welt. Ich schlafe bis 13.00 Uhr, dann gibt’s Kaffee und gutes Essen das Urs beim Türken nebenan gekauft hat. Da kann man sich wohlfühlen, beim Urs. Ein Gastgeber der alten Schule, einer der sich kümmert dass es seinen kleinen Schäfchen (uns) gut geht. Herrlich. Dann stöber ich ein bisschen durch die Kommentare und Liebesbekundungen auf unseren verschiedenen Präsenzen im Netz, ein klein wenig das Ego polieren versüßt einem den Start in den Tag. Dann brechen wir langsam auf, und gehen erstmal shoppen. Ich brauche neue Felle für meine Trommeln, Pensen ein bisschen Kleinkram und einen neuen Gurt. Und jetzt wird es interessant. Denn dieser neue Gurt ist bedruckt mit Flammen!!! Ja. Flammen!!! Herrlich. So täuschend echt, dass ich während des Soudchecks immer wieder erschrocken nach Wasser schreie, weil ich denke mein kleiner Freund und Seelenpartner, Pensen Paletti, hat Feuer gefangen. Die Löseke ist ein typisches städtisches Hippie-Punk Etablissiment. 70er, 80er Style. Die bunten Schals und Halstücher der weiblichen Angestellten erzählen Geschichten von verflossenen Liebschaften im Jamaika Urlaub 1986 und Töpferkursen zur nachfolgenden Frustbewältigung. Das alles führt zu der Einstellung das „mir so schnell kein Mann mehr ins Haus kommt.“ Und es nichts gibt „was Frau nicht auch kann“. Statt dessen besitzt man lieber einen großen zotteligen Hund, der aufpasst, lieb guckt, gehorcht und vor allem „sein Maul hält“. Sei`s drum. Wir sind heute wegen shoppen spät dran und am Ende des Soundchecks stehen schon die ersten Gäste im Laden. Es ist heute wieder alles ziemlich beschaulich. Knappe 50 Leute, inklusive einiger Freunde, würde ich schätzen. Aber die haben es in sich. Der Laden steht Kopf, alle tanzen und singen und freuen sich. So bekommt diese Veranstaltung einen sehr exklusiven Charakter, für die Fans und nicht zuletzt für uns. Wir werden uns noch selig dran erinnern, eines Tages, wenn die Fleischmasse hinter dem von glatzköpfigen Securities abgesperrten Sicherheitszäunen, ein anonymer Mob geworden ist, der mehr Angst einflösst als Spaß macht, und wir als abgehobene, mehrfach ausgezeichnete Spaßband, als die Ur-, Ur-, Urenkel von den Ärzten gefeiert werden. Ein letztes Relikt aus einer Zeit die längst vergessen scheint, einer Zeit in der sich die Band den Arsch abgespielt hat, in kleinen Clubs, vor 50 Leuten, aber hey, es hat total Spaß gemacht, und manchmal denken wir mit Tränen in den verbrauchten alten Augen daran zurück, wie schön das war, nach dem Konzert mit den Leuten zu sprechen. Was wir dann lange nicht mehr tun, denn wir haben panische Angst vor Paparazzis, seit der Porno den ich mit meiner südamerikanischen Haushaltshilfe gedreht habe, auf einmal auf dem Schreibtisch eines schmierigen Bild- und eines RTL-Reporters aufgetaucht ist, und sie danach ausgewiesen wurde (keine Aufenthaltserlaubnis). Ich werde mich daraufhin zurückziehen, ins Exil einer Nordamerikanischen Sekte, und meinen Namen ändern in „Bruder Jonathan Nathanael“ und lange Röcke und Zöpfe tragen. Ihr seht, ich habe ein positives, bejahendes Bild von meiner Zukunft. Und das ist nicht zuletzt auch euer Verdienst, liebes Hildesheim. So, nun geht es weiter nach Frankfurt. Wir freuen uns schon ganz sehr dolle, und wünschen alles gute. Euer FLOZZE f. DAS PACK
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