Caveau, Mainz

Geschrieben von Flozze

DAS PACK live im Caveau/Mainz am 14.10.2010 Nachdem wir gestern das erste mal auf dieser Tour ohne die LeFlys gespielt haben, sind wir schon voller Vorfreude auf unsere kleinen Mexikaner-Vernichtungsmaschienen als wir am Morgen Aachen verlassen. Ich habe vorher noch eine kleine Shoppingtour gemacht, zu Fuss, Duschgel, Zahnpasta und ein Maniküre-Set für die Dame, in diesem Fall für mich. Außerdem gibt es ein halbes Brötchen mit Mett und Zwiebeln. Ich habe wirklich mittelmäßig geschlafen (Tourbericht Aachen). Schnell noch einen Kaffee und den aktuellen Kicker, Deutschland hat gewonnen, wußte ich schon, tut aber trotzdem gut das nochmal zu lesen. Heute kehren wir zurück an einen besonderen Ort in der DAS PACK-Geschichte. In Mainz, beim Open-Ohr-Festival, haben wir das erste mal überhaupt eine Show gespielt mit Steh-Schlagzeug, in Mainz haben wir unsere erste Headliner-Show gespielt und nach Mainz kehren wir nun zurück, das erste mal in eine Stadt, in der wir schon als Headliner waren. Dementsprechend gespannt sind wir. Als wir ankommen scheint die Sonne, wir stehen einfach rum und geniessen es, aber zeitgleich fällt mir der einzige Grund ein, aus dem man nach Möglichkeit NICHT im Caveau spielen will. Der Ladeweg ist eine etwa 80 cm breite, ziemlich steile Treppe. Wir wuchten unser komplettes Gerümpel runter, im Schweisse unseres Angesichts. Es ist die Hölle. Dann aufbauen und Soundcheck. An dieser Stelle gehört mal gesagt dass Dragan unser Zeug so derartig gut vorbereitet hat, dass es nun jeden Tag immer schneller geht und wir inzwischen kaum noch Zeit brauchen bis alles steht. Er ist einfach nen Superprofi. Nach dem Soundcheck baut er noch meine Trommeln auseinander und entfernt Holz und Staubpartikel mit einem in Benzin getupften Lappen. Der spinnt ja total. Ich besorgt um meine Punker-Credibility und verbiete es ihm. Da nimmt er sich Pensens Gitarre und fängt schon wieder an. Ein Teufelskerl. Dann wird essen bestellt chinesisch. Das wird langsam zu einem Problem für mich. Immer derselbe Frass. Alles qualitativ völlig in Ordnung und von Herzen gut gemeint, aber es ist halt immer das selbe. Ich kann Huhn mit Thai-Curry, Pizza, Chinanudeln usw einfach nicht mehr sehen. Ich will nach Hause zu meiner Oma und nen Braten mit Kartoffeln und einem schönen Salat. Oder einen Apfelkuchen von Mama gebacken. Solche Sachen. Ich entscheide aus Protest nicht zu essen. Gar nicht. Dann gehen die Türen auf und wir sind erleichtert; es wird voll. Eine gut gelaunte Stadt voller Tabellenführer, unfassbar. Muss auch wirklich schön sein sowas zu erleben, aus Mainzer Sicht, weil keiner es ihnen neidet. Ein toller Fussball, mit sympathischen jungen Typen, und es ist halt Mainz, die fand vorher sowieso schon jeder irgendwie ganz ok. Es sei euch gegönnt! Wer weiss eigentlich woher der Begriff 'OK' stammt? Für mich als starken Raucher von selbst gedrehten Zigaretten, vorzugsweise mit Canuma-Blättchen kein Problem. Als die ersten Autos von der Stange das Werk verliessen, wurde jedes einzelne Exemplar vom Chef persönlich in Augenschein genommen und gegebenenfalls für gut befunden. Und daraufhin mit seinem Kürzel versehen, 'O.K.', für Otto Kraft. Das mir keiner sagt er würde hier nix lernen. Ich trage heute auf der Bühne übrigens erstmals einen Cowboy-Strohhut. Steht mir ausgezeichnet. Ich mit lasziv geöffneter Jacke, betreten wir die Bühne. Ich finde uns heute gut, und Mainz sieht das offensichtlich genau so. Herrlich. Ich fühle mich angefeuert durch die vielen Menschen im allgemeinen, und die Dame mit dem charmantesten Lächeln von ganz Mainz in der ersten Reihe direkt vor meinem Set. Und durch die LeFlys, diese Zuckersüße Bande, die heute direkt vor der Bühne auf Pensens Seite geschlossen hinter dem Merchstand steht, mitgrölt, Choreographien der Hölle anbietet und pogt, bis sie alles zusammen im Saloon mit dem Stuhl zusammenbrechen. Herrlich. Dann die ganze Scheisse wieder hoch und in den Bus, das Mainzer Lächeln hält solange meinen Teppich. Einfach nett. Dann geht es in`s Hotel, schnell unter die Dusche und zu unserer Superfreundin Jen nach Hause, wo wir mit geschlossener Manschaft, inklusive LeFly um den Tisch sitzen, Rapmusik hören und soviel rauchen, das am Ende der Feuermelder losgeht. Kein Scherz. Herrlich. Vielen Dank auf wiedersehen.
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