Jokus, Gießen

Geschrieben von Flozze

DAS PACK, 21.01.2012, live im Jokus, Gießen Heute ist mal wieder ein bisschen ausschlafen angesagt, herrlich. In einem Hotel dass seine besten Zeiten schon etwas länger hinter sich hat, aber dafür mit freundlichem, flexiblem Personal und Rheinblick aufwarten kann. Das ist doch auch schon mal etwas. Dann auf nach Gießen (wo wir im letzten Sommer auf dem Stadtfest gespielt haben, mit einer sensationellen Vorband, ein sehr empfehlenswerter Podcast). Die Strecke ist heute nicht so lang und wir haben, das erste mal auf dieser Tour, die Möglichkeit vorm Konzert noch im Hotel einzuchecken und noch ein bisschen Sportschau zu hören im Radio. Ein längst vergessenes, nostalgisches Gefühl das mich befällt. Wenn der Moderator einigermaßen gut ist, ist Fussball im Radio einfach super! Hannover spielt 0:0 in Hoffenheim, geht schlimmer, geht aber auch deutlich besser. Währenddessen läuft aus dem Nachbarhaus ununterbrochen 'Olé, olé, olé, we are the champions, olé'. Immer nur diese eine Zeile, in endloser Schleife, ohne eine Sekunde Pause. Fast zwei Stunden lang. Ohne Pause. Ohne Pause. Ohne Pause. Ohne Pause. Myteriös. Ist dort vielleicht ein einsamer Fussball Fan tot zusammengebrochen, auf seinen Plattenspieler gefallen, hat dabei mit den Zähnen einen Sprung in die Platte gekratzt, wurde dann von seinem Hund gebissen und zur Seite gezerrt damit die Platte weiter laufen kann, weil der Hund das Lied so gerne hört? Vermutlich war es so. Es ist die Hölle. Dann endlich ab in den Club. Wir werden von freundlichen Menschen und belegten Brötchen willkommen geheissen. Prima. Das einzige was die Freude über diesen Tag ein kleines bisschen trübt ist die Tatsache dass man im Jokus immer alles durch`s ganze Haus schleppen muss. Wir sind aber natürlich belastbare, harte Rockertypen und lassen uns nix anmerken. Wo wir grade von harten Rockertypen sprechen; Dennis sieht heute ganz bezaubernd aus. Als wir extremly ready sind die Bühne zu stürmen, steht er auf einmal vor mir, mit einem ärmellosen, eng anliegenden schwarzen T-Shirt auf dem in riesenhaften Buchstaben seht: 'YES'. Dazu trägt er einen Zauberer-Hut und einen großen Apfel als Halskette. Ich fühle mich in meinem bunten Leinenrock und einem gelben Jacket mit Stick-Köcher dagegen richtig underdressed. Der Laden ist schön gefüllt mit freundlichen Menschen, darunter 'Benzin', einer unserer ehemaligen Drummer, mit von mir heiss geliebtem Familienanhang, Frau Klöpper aus Ballersbach und die Braach-Boys mit Kollegen aus Oberdielfen. Wobei Jojo ein mieses Verräterschwein ist, wie mir erklärt wird, weil er jetzt nach nebenan, in`s verhasste Niederdielfen gezogen ist. Wie charakterlos von ihm. Ich werde ihn von nun an meiden. Das Konzert läuft prima, wir kommen langsam in Schwung, man merkt dass die Tour jetzt schon eine Weile läuft. Trotzdem gibt es natürlich immer Sachen zu verbessern und Pensen regt nach dem Konzert eine Manöver-Kritik an. Wird gemacht. Dann geht es in`s Hotel und wir gucken Scorpions Videos an und sind erstaunt wie scheisse man sein kann. Besonders erstaunlich ist wie sich diese Kotspur durch alle Bereiche ihres Schaffens zieht, Outfits, Posen, Songs, die Qualität des Pfeifens von Klaus Meine, das Aussehen des Publikums. Dann erzählt Dennis noch viele lustige Fussball-Geschichten und wir freuen uns alle sehr an seinem sehr blümeranten Erzählstil. Apropos blümerant. Der blaue Fleck in seiner Kniekehle, zugezogen gestern in Bingen, beim uns vor der Pogomasse beschützen, blüht auch in den schönsten Farben die man sich so vorstellen kann. Da wird er in den nächsten Tagen noch was von haben. Dann gehen wir in`s Bett und zum einschlafen läuft noch 'Alarmstufe Rot' mit Steven Segal. Ein mittelmäßiger Schauspieler und keine besonders gute Story, aber irgendwie macht so Schrott trotzdem hin und wieder Spaß. Und Tommy Lee Jones als Bösewicht reisst natürlich ne Menge raus. Dann leide ich noch ein bisschen vor mich hin wegen des schlimmen Kopfkissens, ich bin schon ganz verbogen und verbeult. Zu Hause ist es halt am schönsten. Vom Kopfkissen her. Wir sehen uns nächste Woche in Oldenburg, es wird vermutlich fabelhaft. Bis dahin.
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