Cafe Central, Weinheim

Geschrieben von Flozze

DAS PACK, live im Cafe Central/Weinheim, 07.02.2012 Heute fahren wir, gut erholt und entspannt, von Frankfurt nach Weinheim. 80 Kilometer. Ein Katzensprung. Herrlich. Denn Auto fahren kann zu einer echten Drangsal werden. Wenn man es nur häufig genug tut. Selbst im besten Tourbus ist irgendwann der eigene Rücken nicht mehr der Freund des Menschen. Und das schlimmste sind diese verdammten Raststätten. Ein Club von Halsabschneidern und Gangstern. Ausgiebig behandelt von den 'Absoluten Beginnern' auf dem Album 'Bambule'. Ein Evergreen. Musikalisch wie inhaltlich. Ich habe mich deswegen entschieden immer im Hotel zu frühstücken (was eigentlich gegen meine Natur ist) um Geldbeutel und Nerven zu schonen. Ein weiterer guter Tipp: Ein Mann sein/werden. Denn dann kann man weiteres Geld für bessere Dinge selbst behalten, indem man an einen Baum pinkelt anstatt 70 Cent dafür zu bezahlen, wovon man nur 50 wieder bekommt (in Form eines Bons, den man sich natürlich in den Arsch stecken kann, denn für 50 Cent bekommt man an einer Tanke nix, man muss also die Dinger aufbewahren oder man legt noch Geld drauf und kauft sich einen kleinen Kaffee für 3,99). Nun denn. Wir kommen in Weinheim an und haben Zeit noch im Hotel einzuchecken und uns einen Moment locker zu machen. Ich habe mit Dragan ein Doppelzimmer und befehle ihm zu schlafen. Denn er will wieder raus gehen, wo es ganz fürchterlich kalt ist, und Kaffee trinken. Dumm. Der ist doch krank, der muss sich mal erholen und sich was gutes tun. Und siehe da, kaum liegt er, fängt er schon an gleichmäßig zu atmen und dabei ein leichtes Schnarchgeräusch von sich zu geben. Dann fahren wir in den Club und werden von der netten Crew in Empfang genommen und es gibt Kaffee und Brötchen. Einziger kleiner Trauerfall: Wir müssen den ganzen Kram durch das Treppenhaus laden, eine kleine und zwei große Treppen. Es ist die Hölle, da es auch hier sehr kalt ist. Schlimm, schlimm, schlimm. Wir gehen gegen halb zehn auf die Bühne, es sind nicht so furchtbar viele, dafür aber sehr nette Menschen da. Bis auf einen kleinen Krawalljungen in der ersten Reihe der, vermutlich mangels mütterlicher Fürsorge, das Bedürfnis hat auffällig zu werden und sich ganz wild zu gebärden wenn er mit seinen Freunden ausgeht. Das ganze gipfelt darin, dass er versucht uns zu beklauen. Da kann man nur hoffen dass das eine Schnapsgesteuerte, dumme Idee war und kein grundlegender Wesenszug. Also, lieber junger Heißsporn. Bessere dich und zeig uns beim nächsten mal deine schöne, liebenswürdige Seite, oder komme nie wieder und friste dein Leben als Stammgast einer miesen Trinkhalle mit Menschen deinesgleichen und einer dicken, hässlichen, alten Verkäuferin die dich hasst und dir für jedes Bier den doppelten Preis berechnet. Aus Hass. Doch nun genug davon. Wir sind heute ziemlich witzig und spielen außergewöhnlich gut, finde ich. Prima. Nach der Show müssen wir alles wieder die schlimmen Treppen runter tragen und in der Kälte frieren. Aber der Tag hat noch ein weiteres, unerwartetes Highlight für uns parat. Als wir, mit unseren Taschen und Koffern bepackt, durch das nächtliche Weinheim zu unserem Hotel laufen, sehen wir, hoch oben auf den Bergen, zwei beleuchtete alte Burgen, die unfassbar romantisch und gemütlich aussehen. Währenddessen läuft Dragan vor uns her uns winkt uns mit seinem Leuchtepimmel. Ein Schauspiel sondergleichen. Vielen Dank liebe Ritter, vielen Dank lieber Dragan.
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